Musterknaben eG – miese Abzocke!

Steht auf eurer Betriebskostenrechnung neuerdings auch der Punkt „Musterknaben eg“ für „Müllmanagement“? Widersprecht dagegen! Die Firma beschreibt sich auch als Spezialist für die „Optimierung von Betriebskosten und Entsorgungsdienstleistungen“ – Optimierung = Kostensteigerung für die Mieter_innen?! Ja, denn es geht darum die Betriebskosten so hoch wie möglich zu gestalten, damit ärmere Mieter_innen ausziehen müssen und ADO mit neuen Mieter_innen wesentlich teurere Mietverträge schließen kann.

Laut unseren Informationen aus anwaltlichen Beratungen ist es rechtlich nicht OK uns einerseits einen teuren Hauswart anzurechnen (den übrigens niemand regelmäßig im Haus sieht) und uns gleichzeitig dessen traditionelle Aufgaben wie eben „Müllmanagement“, also auf die Füllhöhe der Mülltonnen achten etc. durch eine andere Firma zu berechnen (die übrigens auch noch nie jemand von uns gesehen hat). Also lasst das nicht mit euch machen und wiedersprecht gegen die Betriebskosten! Lasst euch bei der Berliner Mietergemeinschaft oder ähnlichen Organisationen beraten und geht in die Auseinandersetzung. Es lohnt sich auch finanziell.

Wollt ihr noch was witziges lesen? Auf ihrer Homepage zitiert die Musterknaben eG den ehemaligen UN Generalsekretär Ban Ki-moon „Genossenschaften zeigen der internationalen Gemeinschaft, dass es möglich ist, beides zu verfolgen: Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung“

Wirtschaftlichkeit?! – Der „innovative Dienstleister“ hat ein überflüssiges Geschäftsmodell entwickelt, das Mieter_innen zusätzliche Kosten verursacht. Wirtschaftlichkeit sieht anders aus. Gesellschaftliche Verantwortung?! – bei der Verdängung von ärmeren Mieter_innen zu assistieren ist so ziemlich das Gegenteil!

Artikel im Mieterecho über ADO Immobilien GmbH

„Die Geschichte und Struktur von ADO ist ein Musterbeispiel für die Möglichkeiten, die der liberalisierte Finanzmarkt samt seiner Steueroasen eröffnet.“

Guter Artikel zum skandalösen Geschäftsmodell der ADO Immobilien Gmbh:

Ein leider steiler Aufstieg
Der Immobilienkonzern ADO verzeichnet in Berlin rasantes Wachstum und steigende Profite

Von Rainer Balcerowiak, MieterEcho 395 / Mai 2018
Wenn von börsennotierten Immobilienunternehmen in Berlin die Rede ist, geht es meistens um die Deutsche Wohnen AG. Doch längst haben sich auch andere große Player auf diesem lukrativen Markt etabliert und befinden sich kontinuierlich auf Wachstumskurs. Einer davon ist ADO Properties, eine in Luxemburg angesiedelte Firma, die ihre Investments ausschließlich in Berlin tätigt.

ADO-Mieter_innen vernetzen sich

Wir und andere ADO-Mieter_innen haben sich vernetzt um zukünftig gemeinsam auf unsere Probleme mit der Immobilienfirma aufmerksam zu machen. Die Initiative wurde in zwei Artikel erwähnt:

Neues Deutschland 14.04.2018
Initiativen fordern Kurswechsel
Wohnungspolitik soll radikal geändert werden, Rot-Rot-Grün unterstützt Bündnis

Mieter vernetzen sich
Mieter aus Häusern, die zum Firmengeflecht des börsennotierten Immobilienkonzerns ADO Properties S.A. gehören, haben begonnen sich stadtweit zu vernetzen. Nach rasantem Wachstum in den vergangenen drei Jahren besitzt ADO mittlerweile rund 21 000 Wohn- und 1340 Gewerbeeinheiten in Berlin, vorwiegend in begehrten innerstädtischen Lagen. Die Strategie von ADO ist: Aufwertung der Wohnungen durch Modernisierungen, verbunden mit Druck auf Mieter, die Wohnungen aufzugeben. damit sie anschließend deutlich teurer vermietet werden können. […] Insgesamt ein offenbar erfolgversprechendes Geschäftsmodell. Der Preis der ADO-Aktie hat sich seit der Emission an der Frankfurter Börse im Juli 2015 mehr als verdoppelt, von 20 auf 45 Euro. balc

MieterEcho 12.04.2018
ADO-Mieter/innen wollen sich weiter vernetzen
Immobilienkonzern setzt konsequent auf Aufwertung und hohe Mietsteigerungen

Wenn ihr auch Probleme mit ADO habt und euch vernetzten wollt, schreibt uns: antiado@riseup.net

Am 15. April ist der „Tag der guten Tat“ der Immobilienfirma ADO – und es ist dringend Zeit dafür!

Pressemitteilung einer Initiative von Mieter*innen der Firma ADO Immobilien GmbH

(Berlin, 12.04.18) Mieter*innen verschiedener Häuser, die in den letzten Jahren von der ADO Immobilienmanagement GmbH aufgekauft wurden und von ihr verwaltet werden, fordern die Firma dazu auf, sich nicht nur einen Tag im Jahr für ein „ein besseres und verantwortungsvolleres Miteinander einzusetzen“.

Am 15. April 2018 ist ADO Teil des jährliches Charity-Projekts „Tag der guten Tat“ („Good Deeds Day“). Vor zwei Jahren sagte Rabin Savion, CEO von ADO Properties dazu: „Wir freuen uns, dass wir im Rahmen des Good Deed Days einen kleinen Beitrag für Berlin und damit auch für unsere Mieter leisten können […].“
Wir Mieter*innen von ADO sagen: „Dankeschön, liebe ADO, genau das brauchen wir von Ihnen! Tun Sie uns endlich etwas Gutes, denn vom Schlechten hatten wir schon mehr als genug. Zum Beispiel:

  • völlig überhöhte Betriebskostenabrechnungen, von denen z.B. ein großer Batzen an die Reinigungsfirma Central Facility Management GmbH geht, die „rein zufällig“ dieselben Geschäftsführer*innen hat wie die ADO…
  • ewig verschleppte Mängelbeseitigung
  • Bedrohung unseres Wohnraums durch Umwandlung in Eigentumswohnungen
  • überteuerte Mieten insbesondere bei Neuvermietungen
  • und andere Strategien, die klar machen: die ADO richtet ihr Handeln nicht an den Interessen der Mieter*innen aus, sondern zielt allein auf Profitsteigerung ab
  • Die ADO ist mit ihrem Handeln nicht allein: Überall in Berlin passiert Ähnliches. Leute werden aus ihren Wohnungen verdrängt und finden keinen bezahlbaren neuen Wohnraum. Auf dem Wohnungsmarkt stehen Profite im Vordergrund und nicht Menschen. Wer wenig Geld hat, auf barrierefreies Wohnen angewiesen ist, bei der Wohnungssuche mit Rassismus seitens der Vermieter*innen rechnen muss oder aus anderen Gründen Diskriminierung ausgesetzt ist, hat auf dem Wohnungsmarkt besonders schlechte Chancen. Wir haben keine Lust auf solche Zustände. Stattdessen wollen wir: Schöner Wohnen für alle!

    Deshalb, liebe ADO:
    Symbolische 10.000 Euro für eine Kita (o. Ä.) einmal im Jahr ist eine hübsche Sache. Aber wie wäre es stattdessen mit 365 Tagen der guten Tat im Jahr?

    Wir rufen daher alle ADO-Mieter*innen dazu auf, am Samstag gemeinsam mit tausenden Mieter*innen bei der #MIETENWAHNSINN-Demonstration auf die Straße gehen.

      Mehr Informationen zum Good Deeds Day der ADO:

    2015 Zille-Grundschule
    2016 Anna-Seghers-Schule
    2017 Arche

    Kontakt: antiado@riseup.net

    Verdrängung trotz Milieuschutz

    Die Umwandlung unseres Hauses in Eigentumswohnungen musste vom Bezirksamt genehmigt werden. Und das obwohl wir uns im Milieuschutzgebiet befinden, wo dies eigentlich nicht passieren sollte. Aber das Gesetz hat große Lücken. Und wir nicht die einzigen Mieter_innen die davon betroffen sind. Darüber berichtet ein Artikel in der taz in dem auch wir erwähnt werden:

    Wirkungslose Verordnung
    Umwandlungen trotz Milieuschutz
    Das Geschäft mit der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen geht weiter. Das belegen die aktuellen Zahlen aus Friedrichshain-Kreuzberg.
    17. 12. 2017, Erik Peter, Uwe Rada

    Jochen Biedermann, der zuständige Stadtrat, kennt das Problem. Bei einem ähnlichen Fall in der Weserstraße musste der Antrag der Immobilienfirma ADO auf Umwandlung ebenfalls genehmigt werden. Auch da hatte sich der Eigentümer bereit erklärt, sieben Jahre lang ausschließlich an die Mieter zu verkaufen. Biedermann nannte das eine „Scheunentorausnahme“.